Der erste Ausflug

Auf der Suche nach einem Geldautomaten suche ich mir eine Abkürzung. Ich biege in eine Wohnsiedlung ab, und noch in der ersten Straße entdecke ich an einem Baum ein Eichhörnchen.

Siedlung

Eichhörnchen

Es ist zwar grau und hässlich, aber dafür größer als unsere und vor allem hat es Geduld bis ich es fotografiert habe. Die Häuser sehen hier alle gleich aus, nur meinem Orientierungssinn habe ich es zu verdanken dass ich mich nicht verlaufe sondern zielstrebig an ein paar weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei Richtung 7-11 bewege.


Neben einem Firmenparkplatz schimmern durch ein paar dünne Büsche helle Flecken, die sich bei genauerem Hinsehen als Bunker herrausstellen.

Bald Golfplatz

Golfrasen

Golfplatz

Erstes Souvenier

Baumschmuck

Offenbar wird Der Golfplatz zwischen Wohnhäusern und Interstate gerade noch erweitert, trotzdem finde ich hier mein erstes Souvenier. Überall laufen überdimensionale Enten rum, und ich bekomme das Gefühl dass einfach alle Tiere – abgesehen von den winzigen Schoßhündchen mancher Promis – doppelt so groß sind wie in Deutschland. Später erfahre ich dass es sich um Kanada-Gänse handelt. Außerdem finde ich wieder ein Eichhörnchen und eine Frucht(?) die ich bisher nur als Deko für den Weihnachtsbaum kannte.

Eichhörnchen (2)

Monsterenten

Der reissende Fluss

Eichhörnchen (2)


Nachdem ich todesmutig auf einem Baum über einen Bach geklettert bin komme ich zurück in die Wohnsiedlung und finde schon wieder neue Motive: Es gibt so viele seltsame Schilder hier …

Vorsicht Schulkinder (eventuell)

Stop! Alle!

An einer Kreuzung können zum Beispiel alle vier Richtungen ein Stopschild haben. Dann darf der fahren der zuerst da war. Auf den meisten Schildern steht auch noch eine genauere Erklärung und die bei Missachtung fällige Strafe, wo man sein Auto nachdem es abgeschleppt wurde wiederfindet, etc.

Als ich vom 7-11 zum Baumarkt zurücklaufe überlege ich mir eine einfachere Beschreibung für den Weg: “Gleich hier um das Gebäude rum und an der Parallelstraße ist ein 7-11.”

Bodenständig & Dach überm Kopf

Nach der Landung komm ich mir dann gleich vor wie in einem Film: Noch vom Rollfeld aus kann ich die nächste Straße sehen, und die Autos sehen alle amerikanisch aus. Im selben Moment fährt die erste Limmo vorbei. Ich überlege ob die Schneeschieber an den Radladern neben der Rollbahn wohl selbstgeschweisst sind – jedenfalls sehen sie etwas abenteuerlich aus. Und schon rollt die nächste Limmo vorbei.

Vor dem Flugzeug warten in der Gangway schon die ersten Polizeibeamten die aufpassen dass niemand das Flugzeug entführt. Es folgt ein langer Marsch durch den Flughafen. Die Gänge ziehen sich endlos und am Ende kommt immer ein neuer Gang. Vielleicht war der Flug deswegen billiger weil ich die letzten Meilen zu Fuß gehen muss?

In einem der Gänge gibt es ein Förderband was von vielen, meist weniger schlanken, dankend angenommen wird. Am Ende des Bandes fällt mir ein Schild auf das auf das Ende hinweisst. Aha.

Dann endlich habe ich das Labyrinth aus Absperrbändern erreicht, das vor der Einreisekontrolle errichtet wurde. Und überall Hinweistafeln des DHS wie man gleich seine Fingerabdrücke abzugeben und in die Kamera zu gucken hat und dass das zur Sicherheit aller und vor allem des Heimatlandes passieren würden. Insgesamt habe ich das Gefühlt noch nirgends so unwillkommen gewesen zu sein.

Dann hab ich’s endlich geschafft und stehe im “freien” Teil des Flughafens. Aber Geschäfte oder gar Banken sind Fehlanzeige, ich finde nur einen McDonalds und einen Geldautomaten, der hier “ATM” heisst. Ich hol mir ein Taschengeld von $60, das aber gleich fürs Taxi draufgehen wird.

Im Hotel werde ich mit einem “Hi, how are you?” begrüßt. Einchecken ist zum Glück kein Problem, ich hab sogar ein Nichtraucher-Zimmer (mit King-Size Doppelbett). Die Bilder auf der Homepage könnten sogar mein Zimmer sein – oder in jedem hängt das gleiche Bild überm Bett. Nicht zu sehen ist das große Badezimmer mit (sehr flacher) Badewanne. Die Heizung (Bild 1, unter dem Fenster) ist so ein kombiniertes Heiz-/Klima-/Lüftgerät mit dem ich auch nach mehreren Tagen nicht zurecht komme. Wenn ich es anschalte wird’s sehr schnell viel zu warm und wenns aus ist wirds gleich wieder kalt.

Aber sicher

In Mailand warte ich auf den großen Sicherheitscheck. Nach der Passkontrolle – wo der Name mit dem auf dem Ticket verglichen wurde – komme ich direkt in den Warteraum vor dem Boarding. Bei Boarding selbst wird meine Reisepass nochmal eingelesen und ich werde gefragt wie lange ich bleiben wolle. Das war’s. Seh ich so unscheinbar aus?

Im Flugzeug vertreiben die ersten Klischee-Amis meine letzten Zweifel, ob ich die richtige Maschine erwischt habe: Übergewicht oder GI-Haarschnitt. Oder beides. Der Flug selbst ist ruhig bis langweilig, 10 Stunden sind halt doch ca. 10 Stunden. Den einen Film im Kino kenne ich schon, der zweite ist italienisch mit englischen Untertiteln. Naja, irgendwo muss man ja merken dass man mit Alitalia fliegt und nicht LH. Lieber am Bordkino gespart und dafür doch ein Essen. Und immerhin kann ich mich über 3 Plätze ausbreiten.
Hübsche Stewardessen sind übrigens Fehlanzeige – ausschließlich Männer, noch dazu Italiener.

Während dem Flug gilt es noch zwei Formulare auszufüllen für die Einreise und den Zoll. Sind Sie Terrorist oder Nazi? Bringen Sie Waffen oder Drogen mit? Falls Sie eine der Fragen mit “Ja” beantwortet haben setzen Sie sich bitte mit dem Dept. for Homeland Security (DHS) in Verbindung.
Und am Ende der Formulare kleingedruckt: Falls Sie eine Anregung haben wie der Aufwand (“Paperwork”) reduziert werden kann, wenden Sie sich bitte an (sowas wie Bundesdruckerei).

Über den Wolken

Mit dem Bus geht es über den halben Flughafen, weit ab von den großen Maschinen steuert er auf einen kleinen Jet zu, wie ihn Geschäftsmänner in den Filmen immer verwenden. Später hab ich herausgefunden dass das eine Embraer 145 LR war.

Jet front

Jet rear

Von innen sieht die Maschine genauso schnuckelig aus, es gibt ganze 2+1 Sitzreihen. Allen die kein Problem mit Brechreiz haben kann ich es nur wärmstens empfehlen mal mit so einem Matchbox-Flieger abzuheben – vom Feeling her ist das Gefühl beim Flug deutlich sportlicher. Die Kurven sind einfach enger und mit größeren Rollwinkeln.

Kurz nach dem Start kommt auch schon die nächste Überraschung: es gab was zu trinken und einen kleinen Kuchen. Verpflegung kann man das eigentlich wirklich nicht nennen, aber bei einer Flugdauer von 1:10 bleibt eh keine Zeit für mehr. Immerhin nährt das die Hoffnung dass es auf dem “richtigen” Flug später auch was zu beißen geben würde.

Die Check-In Frage

Gegen 22 Uhr bei Michi angekommen befällt mich doch eine Unsicherheit bezüglich des Check-Ins. Expedia sagt dazu: Bei Europa-Flügen 90 Minuten vorher, bei internationalen 2 Stunden – aber es kann individuell abweichen. Irgendwo hatte ich dann auch noch von 3 Stunden bei Flügen in die USA gelesen.

Also hat Michi mal eine Freundin angerufen die kürzlich in den USA war – 3 Stunden. Mist, also doch ne Stunde weniger Schlaf. Die geb ich nicht so leicht auf und ruf noch bei der Expadia Hotline an (die auch am Ostermontag um 22:30 besetzt ist) – auch dort rät man mir 2,5 bis 3 Stunden vor Abflug da zu sein.

Am nächsten morgen sind wir also um 5 Uhr am Flughafen und ich bin am Check-In Schalter sehr einsam. Die Dame versichert mir dass es völlig ausreiche wenn ich um 7 Uhr zur Sicherheitskontrolle ginge. Toll. So bleibt wenigstens Zeit um noch zu frühstücken wenn’s auf den Flügen schon keine Verpflegung gibt.

Die Sicherheitskontrolle selbst war recht unspektakulär, wie nach Göteborg oder Sevilla auch. Johannes, der direkt geflogen ist musste allerdings durch 3 Kontrollen!