Public Transport & Strand

Nachdem das Wetter rechtzeitig zum Wochenende schön wurde geht’s heute nach Downtown. An den Strand. Wir fahren erst wieder zu Daniel und Marina um dort zu parken und den Bus zu nehmen.

Busfahrplan

Die Haltestelle ist sehr dezent gehalten und fügt sich gut ins restliche Stadtbild ein. Deswegen sehe ich sie erst als wir noch zwei Meter davon entfernt sind. Das einzige woran man sie erkennt ist der Busfahrplan, der sich in etwa so liest: “Täglich, von früh bis spät. Im Sommer ganz bis zum Strand.” Ende. Von wegen Uhrzeit oder so. Ab und zu kommt halt mal n Bus. Oder auch net. Oder mal zwei. Haltestellen sind auch keine angegeben, die Busse fahren (dank der rechtwinkligen Straßen) eh nur geradeaus. Während der Fahrt bleibt der Fahrer auf einmal stehen. Am Straßenrand ist eine Mitarbeiterin der CTA in Neon-Jacke. Über die Lautsprecher wird durchgegeben dass ein Teil der Leute aus unserem Bus in einen anderen der gleichen Linie umsteigen soll (der praktischerweise direkt vor unserem steht). Nachdem wir das gemacht haben geht die Fahrt weiter und wir kommen ohne weitere Unterbrechungen bis zur letzten Haltestelle. Von dort sind es nur 5 Minuten bis zum Lake Shore Drive der die Stadt vom Strand trennt. Bei schönem Wetter erkennt man ganz leicht welche Richtung zum Strand führt:

 

Lake Shore Drive

Das Restaurant und alle Kiosks bis auf einen kleinen haben noch geschlossen weil heute der erste richtig warme Tag ist. Außerdem beginnt der Sommer frühestens im Mai, egal wie das Wetter ist. Die Menschen lassen sich davon natürlich nicht stören. Der ganze Radweg am Strand entlang ist bevölkert mit Joggern, Skatern und Radfahrern. Dass der Strand selbst auch gut besucht ist versteht sich von selbst.

 

Skyline mit Lake

Hier sieht man gut dass die Stadt wirklich bis ganz an den See gebaut ist. Was man nicht sieht ist der Sandstrand, die Beachvolleyballfelder und die Sonnenanbeter. Das hab ich alles hinter mir gelassen. Coolerweise sind da welche rumgelaufen und haben T-Shirts verschenkt, so hab ich gleich ein Andenken.

Oli: Das Wasser ist definitiv zu kalt zum schwimmen. (~ 50 F)

Barbecue (oder BBQ)

Nach dem Bulls Spiel fahren wir durch Downtown zu Bekannten von Andre und Johannes wo wir den Tag am Grill ausklingen lassen. In Downtown halte ich die Kamera einfach aus dem Fenster um die Häuser einzufangen.

 

Chicago Downtown

Chicago Downtown

Chicago Downtown

Alle Strassen stehen senkrecht zueinander, sodass es regelrechte Schluchten gibt, durch die der Wind ohne Widerstand fegen kann.

Chicago Downtown

Chicago Downtown

Sears Tower

Das mit den zwei Antennen ist der Sears Tower, bis 1998 das höchste Gebäude der Welt.

Chicago Downtown Mein Lieblingshochhaus, der Lake Point Tower. Isn’t it cute? So schön symetrisch und die ganze Fasade ist geschwungen wie wenn man eine Seifenblase drüber spannt.

Wen es interessiert: die ganze Skyline mit Namen.

 

Blick vom Balkon, vom Dach und vom Dach stadtauswärts:

 

Andere Richtung vom Dach

Skyline vom Dach

Skyline vom Balkon

Basketbull

Dass die Amis verrückt sind, weiss jeder. Und nach was sind sie verrückt? Na klar, Basketball. (Ok, auch nach Baseball, Football und Eishockey, Fast Food, Autos und Technik – aber das tut gerade nichts zur Sache)

Zur Zeit sind Playoffs. Ich hab im Internet nach Karten gesucht – unter 50 $ gab’s nur Parktickets. Von 60 $ bis 1200 $ gingen die Preise für richtige Karten. Aber Ende der Woche hat ein anderer Praktikant rumgefragt wer zum ersten Playoff-Spiel gegen Miami mitkommen will. Die Karten würden 30 $ kosten. Klar dass ich mir das nicht entgehen lass! Das Spiel fängt um 14 Uhr an und Johannes und ich wollen ca. 2 Stunden vorher dort sein, denn die ersten Besucher bekommen angeblich Fanartikel geschenkt. Um 11:30 fahren wir hier eigentlich schon etwas zu spät los, denn die Strecke dauert normalerweise ca. 45 Minuten.

Auf dem I-90 wird der Verkehr aber ziemlich bald zäh und weit vor der Mautstation staut es sich richtig. Bis wir durch sind stehen wir eine Stunde und vor der Ausfahrt ist dann nochmal kurz Stau.

Um 13:45 sind wir dann endlich am United Center. Jetzt noch schnell mit den anderen treffen, denn die haben ja die Karten. Gut dass außer uns und den anderen 22.181 Zuschauern fast nix los ist. Am ersten Eingang haben wir erstmal Pech, die Security lässt uns ohne Tickets nicht bis zu den Türen. Beim nächsten “Gate” haben wir mehr Glück, nach einiger Zeit kommt Jessi auch mit unseren Karten und wir können rein. Die Gute Nachricht ist dass die Karten nur 25 $ kosten, die 30 $ -Karten die Tobias gekauft hatte sind für das 7. Spiel. Die schlechte Nachricht ist dass wir jetzt Stehplätze ganz oben haben. Aber immerhin sind wir überhaupt reingekommen.

United Center

Um zu unserem Eingang in die Halle zu gelangen fahren wir zwei längere Rolltreppen hoch. Drinnen geht’s nochmal einen Block nach oben, und wenn man sich dann umdreht wird einem fast schwindelig. Um zu zeigen wie hoch die Halle wirklich ist werden bei der Mannschaftsvorstellung ein paar Sylvesterraketen abgefeuert. Und was auch immer passiert, es wird von einer tollen Animation auf dem riesigen Video-Würfel begleitet. Leider kommt von dort auch die meiste Stimmung, von den Fans ist kaum etwas zu merken. Die holen sich lieber ab und zu nen Hotdog oder ein Bier. Aber das verfehlt seine Wirkung nicht, nach der Halbzeit wird es etwas lauter und im letzten Viertel gibt es öfters mal ca. 20 Sekunden lange Abschnitte wo ich mich fast wie in Bamberg fühl – nur dass ich hier weiter vom Videowürfel weg bin als in Bamberg vom Spielfeld.

Inflatabulls

Überraschend für mich war die enorm hohe Anzahl von Auszeiten (6 pro Team) und deren Dauer (geschätzte 5 Minuten). Die Halbzeit als Werbepause ist wohl uninteressant weil keiner so lange vor dem Gerät verweilt. In der Halle gibt es in fast jeder Auszeit was zu gewinnen: Am Eingang hat man ein Faltblatt mit Losen für ca. 4 kleine Spiele bekommen, zum Beispiel rennen drei aufgeblasene Kühe um die Wette. Meine Kuh ist leider die lahmste, ich bekomm also keinen Rabatt bei einem 24-Moants-Handyvertrag. Dafür hab ich beim Rennen der Wasser-Laster die Nase vorn und bekomm jetzt eine Galone Wasser umsonst wenn ich eine Galone kauf. Is das was oder is das was? Zu einem Gratis-BigMac reicht es aber nicht, weil die Bulls zwar gewinnen, aber keine 100 Punkte machen. Ich denke ihr erkennt worauf das ganze rausläuft.

Fliegende Kuh

Wenn gerade mal kein Gewinnspiel ist werden T-Shirts ins Publikum geschossen während eine Kuh durch’s Stadion fliegt. Selten tauchen sogar Cheerleader auf, stattdessen gibt es zahlreiche andere Shows wie z.B. Breakdancer oder tanzende Fettsäcke.


5 Minuten nach dem Sieg

Kurz vor Ende des Spiels keimt in mir die Frage wie wohl die ganzen Leute wieder raus kommen ohne dass jemand zertrampelt wird (zum Glück sind wir ganz oben). Aber auch hier überraschen mich die treuen Fans der Bulls wieder und bereits 5 Minuten nach dem Sieg sieht die Halle so aus.

I-90

So geht’s auf’m Interstate zu: Baustelle, Stau vor der Mautstelle und baufällige, zweistöckige Brücken.

 

Doppelbrücke

Stau aufm Tollway

Hit A Worker

Skyline @ night

Nach einem leckeren Steak und einer kurzen Verdauungspause fahren wir mit Andre nochmal nach Downtown. Er hat seine neue Kamera bekommen und will sie gleich ausprobieren. Kurz vor elf sind wir wieder am Planetarium, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Skyline hat. Außer uns und anderen Touristen sind noch einige White-Sox Fans da, die vom Spiel am Abend übrig geblieben sind. Ein paar von ihnen haben unten am See ein Feuer in einer Mülltonne angezündet, andere haben einen Stromgenerator und eine Anlage aufgestellt und singen Karaoke.

 

Skyline bei Nacht

Skyline bei Nacht


Bevor wir heim fahren machen wir einen Abstecher in den Norden von Chicago um uns das Baha’i House of Worship (Webseite, Satellitenbild) anzusehen.
Mehr (und bessere) Bilder gibt’s wenn ich sie von Andre bekommen hab.